Onlinegames erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Was vor rund 20 Jahren mit C64er-Spielen wie Pacman und Tennis in sehr einfacher grafischer Darstellung begann, ist im Laufe der Jahre zu einem riesigen Industriezweig der Onlinespiele herangewachsen. Millionen von Usern verbringen heute ihre Freizeit mit dem Spielen von Onlinegames, die Palette reicht von Lernspielen für Kinder, klassischen Brettspielen wie Backgammon, Mah-Jong oder Schach bis hin zu aufwendigen Rollenspielen und den sogenannten Shootern. Die Spieler begnügen sich schon lange nicht mehr damit allein vor dem Bildschirm zu sitzen. Heute wird vor allem im Mehrspielermodus, dem sogenannten Multiplayer-Modus im Internet mit- oder gegeneinander gespielt. Die Industrie verwendet für diese Art von Onlinegames den Begriff „Massively Multiplayer Online Games (MMOG)“. Die Palette der Online Games ist riesig. Zu den beliebtesten Vertretern dieses Genres gehören First Person Shooter, Echtzeit-Strategiespiele, Rollenspiele, Browsergames sowie Online-Glücksspiele, Wettbüros und Online Casinos. Für diese Art von Spielen gibt der Gesetzgeber klare Altersbeschränkungen vor.
Auch für Kinder und Jugendliche im Schulalter sind Onlinegames eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Hier liegt es auch in der Verantwortung der Eltern das Spielverhalten ihrer Kinder zu überwachen, sind doch die Möglichkeiten im Internet an altersbegrenzte Spiele wie z.B. Shooter zu gelangen, relativ groß. Meistens fehlt es jedoch an ausreichender Information über Altersfreigaben, welche Computerspiele für Kinder geeignet sind, welche Inhalte die Games haben und wann das Online spielen für Kinder und Jugendliche zum Problem werden kann. Außerdem ist eine zeitliche Begrenzung Voraussetzung für ein gesundes Spielverhalten.
Die Prüfung und Bewertung von Spielen liegt in der Verantwortung der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB) und geschieht in Kooperation mit der sogenannten Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK), eine freiwillige Selbstkontrolleinrichtung der Spielindustrie. Vor der eigentlichen Prüfung wird das jeweilige Spiel von unabhängigen Testern überprüft und im Anschluss einem Gutachterteam vorgestellt, welches über die endgültige Festlegung der Altersfreigabe entscheidet. In der Regel sitzen unabhängige, unvoreingenommene Gutachter im Ausschuss, wie z.B. Journalisten, Jugendschutzbeauftragte, Pädagogen oder andere Sozialwissenschaftler. Wird ein Spiel als „jugendbeeinträchtigend“ eingestuft, erhält es von dem Gutachterausschuss eine altersentsprechende Kennzeichnung. Kommt der Prüfungsausschuss zum Schluss, ein Spiel sei „jugendgefährdet“, wird er eine Alterskennzeichnung verweigern und das Spiel erhält überhaupt kein Kennzeichen. In diesem Fall darf ein Spiel nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Darüber hinaus muss es mit einem eindeutigen Hinweis über den jugendgefährdenden Inhalt versehen werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat darüber hinaus die Möglichkeit, ein solches Spiel auch nachträglich auf den Index für jugendgefährdende Medien zu setzen. Für die spielherstellende Industrie ist daher die Erlangung einer Kennzeichnung durch den Gutachterausschuss existenziell um eine mögliche Indizierung eines Spieles zu verhindern. Die Einstufung in Altersfreigaben durch den Prüfausschuss sind jedoch besonders für Eltern nicht als allgemeingültige pädagogische Empfehlungen anzusehen. Sie bieten ausschließlich eine Hilfestellung bei der Auswahl von Internetspiele und Computerspielen. Ob ein Onlinegame für ein Kind geeignet ist, hängt auch vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes ab.
Zu den beliebtesten Onlinegames weltweit gehören Spiele wie „Counterstrike“ und „World of Warcraft“, zwei der bekanntesten Vertreter der Genres First Peron Shooter und Online Rollenspiele. Bei Counterstrike spielen zwei Teams gegeneinander. Gespielt wird in verschiedenen Spielumgebungen, den sogenannten „Maps“, wie z.B. Bahnhöfen, Militäranlagen, Burgen etc. Die Maps wechseln im Laufe des Spieles automatisch, meist nach ca. 20-30 Minuten tritt der Spieler in eine neue Spielumgebung ein. Unabhängig von der Spielumgebung ist das Ziel des Spieles für beide Spielerteams, das jeweils andere Team zu besiegen. Dabei muss man den Gegner nicht immer töten um zu gewinnen. Je nach Map und Gestaltung des Teams gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Gegner zu bezwingen, wie zum Beispiel durch das Retten von Geiseln, hier kommt es allein auf die spielerische Taktik an.
Das Rollenspiel „World of Warcraft“ ist laut Herstellerangaben mit rund 8,5 Millionen Mitspielern weltweit das erfolgreichste Computerspiel aller Zeiten. Hier spielt man nicht in Teams, sondern schlüpft als Einzelcharakter sozusagen aus der Beobachterperspektive in verschiedene Rollen. Der Spieler muss sich seine eigene Spielerfigur selbst erstellen, das Programm bietet unzählige Möglichkeiten eigene Charaktere verschiedener Rassen (Mensch, Orcs, Nachtelfen etc.) und Klassen (Magier, Schamanen, Krieger, Priester u.a.) zu erstellen. Auch die Fähigkeiten und Ausrüstungen einer jeder Spielerfigur sind individuell bestimmbar. Mit bestimmten Aufträgen versehen spielt sich der jeweilige Charakter con Level zu Level hoch.
Onlinegames und Browserspiele wie „Second Life“ bieten den Usern eine komplett ausgestattete virtuelle, dreidimensionale Parallelwelt, die von den Mitspielern individuell mitgestaltet werden kann. Der Benutzer bewegt sich in diesen Games mit Hilfe eines sogenannten „Avatars“, einer dreidimensionalen Spielerfigur. Der Phantasie und der Nutzung der Gestaltung des Avatars sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Und so finden sich auch viele große Unternehmen schon in diesen virtuellen Spielwelten wieder mit virtuellen Büros, Geschäften, Veranstaltungen etc. So wie im richtigen Leben bergen virtuelle Welten auch Gefahren. Das Konsumverhalten des Users kann hierbei ohne große Mühe dokumentiert und für kommerzielle oder andere Zwecke genutzt werden. Entscheidend ist auch die Zeit, die der Spieler in seiner dreidimensionalen Spielwelt verbringt. Hier ist Selbstkontrolle unerlässlich um ein mögliches Suchtverhalten, das im schlimmsten Fall stoffgebundenen Suchterkrankungen wie z.B. Drogen- oder Alkoholsucht ähnlich ist , zu verhindern. Zu diesem Thema bieten Organisationen wie z.B. der Weiße Ring umfangreiche Informationsbroschüren für Online-Gamer und Eltern an.
