In den neunziger Jahren begann man mit der Entwicklung von so genannten Browsergames und im Jahre 1995 erschien dann auch das erste seiner Art. Bis heute hat sich die Anzahl und die Variationen dieser Spielart rasant gesteigert und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Doch was sind Browserspiele eigentlich und wie funktionieren sie? Nun die Antwort, was sie sind ist recht einfach, nämlich Computerspiele die mittels eines Webbrowsers als Schnittstelle gespielt werden. In der Funktionsweise hingegen wird dabei in zwei verschiedene Arten unterschieden: clientseitig und serverseitig.
Wird das Spielgeschehen zum größten Teil auf dem lokalen Rechner berechnet, so spricht man von clientseitig; erfolgt die Berechnung jedoch auf dem Server des Spielanbieters, so nennt man das serverseitig. Die clientseitige Variante benötigt oftmals noch so genannte Plugins wie Java oder Flash zur Ausführung. Dies befähigt diese Art jedoch dazu, dass man sie auch ohne eine ständige Verbindung zum Internet bzw. zu einem Server auf dem lokalen Rechner spielen kann. Dadurch sind dies bis auf Ausnahmen meist Spiele die man einzeln spielt und lediglich sein erreichtes Ergebnis oder seine errungenen Erfolge mit anderen aus den Weiten des Internets vergleicht. Hierfür hat sich im Laufe der Zeit ein recht großer Markt entwickelt und es gibt sehr viele Portale, die ganze Sammlungen von Flash- oder Java Spielen anbieten.
Spricht man im Allgemeinen von Browserspielen wird jedoch meist die serverseitige Variante gemeint, die sich in einigen Punkten doch sehr von der clientseitigen Variante unterscheiden kann. Die serverseitige Variante bietet nämlich den Vorteil, dass eine große Anzahl von Spielern gleichzeitig an einem Spiel teilnehmen kann; manchmal bis zu mehreren hunderttausend. Möglich ist dies dadurch, dass diese Browserspiele meist rundenbasiert sind und weniger auf beständige und schnelle Eingaben des Nutzers und aufwendige Grafiken setzen, wie es beispielsweise bei Konsolenspielen der Fall ist. So bieten sich für diesen Spiel Typ die Genres Rollenspiel, Simulation und Strategie an. Obwohl sich die Thematik von Mittelalter bis Weltraum erstreckt, ist die Spielmechanik jedoch ähnlich und wird oftmals auf ähnliche Weise mit den gängigen Webtechnologien umgesetzt.
Dies sieht dann so aus, dass man entweder im Genre des Rollenspiels einen Charakter bekommt und diesen dann durch das Sammeln von Erfahrung und Ausrüstung aufwerten muss, oder man erhält ein bestimmtes Startgebiet, welches durch das Erwirtschaften von verschiedenen Ressourcen im eigentlichen Spielverlauf auf- bzw. ausgebaut wird.. Dabei sind anfangs nur sehr wenige Möglichkeiten gegeben, die dann im späteren Spielverlauf zunehmen. Durch das rundenbasierte System kann so jeder Spieler seine Spielzüge zeitgleich mit den anderen Spielern ausführen, was dann am wiederum am Ende der Runde auf alle Spieler Einfluss hat. Der Reiz dieser Spielart besteht dabei aus mehreren Faktoren.
Zum einen ist das eigentliche Spielen nicht all zu zeitaufwendig, da die begrenzte Zeit einer Runde und / oder die begrenzte Anzahl möglicher Züge einen gewissen Rahmen setzen. Durch die große Zahl von Mitspielern jedoch ist das Spiel stets dynamisch und nicht zwangsläufig vorhersehbar, so dass verschiedene Zielsetzungen für den einzelnen Spieler denkbar sind. Zudem ist es in vielen Spielen nicht möglich, komplett allein zu Handeln, was eine Gewisse Abhängigkeit von anderen Mitspielern mit sich bringt. Dadurch wird die Kommunikation untereinander belebt und oftmals entstehen so ganze Communities. Dies wird zusätzlich dadurch gefördert, dass ein großer Teil der Browserspiele keinen fest definierten Zeitraum bis zum Ende des Spiels besitzt oder manchmal gar kein festes Spielziel (außer vielleicht die Platzierung in der Rangliste) vorgegeben ist. Weiterhin bieten heutzutage sehr viele Browsergames die Infrastruktur für Zusammenschlüsse in Clans oder Allianzen, meist sogar noch durch kostenlose Foren-Möglichkeiten.
Diese Foren geben im Übrigen die Möglichkeit für eine Unterform der Browserspiele, nämlich die Foren-Spiele. Hierbei wird mittels des Forums (welches ja auch über den Browser bedient wird) in den Threads das Spiel ausgetragen. Auch hierfür bieten sich Rollen- oder Strategiespiele an. Doch auch weniger aufwendige Varianten sind denkbar; so beispielsweise das Bilden von Wortketten oder Bilderraten. Eine ähnliche Unterform der Browserspiele sind auch die Chatspiele, bei denen sich ebenfalls das Genre des Rollenspiels anbietet. Diese Variante der Browser-Spiele sind stets Echtzeitspiele und werden meist nur mit den Werkzeugen einer Chatplattform gegen menschliche oder aber auch gegen künstlich programmierte Moderatoren gespielt.
Abschließend noch eine kurze Betrachtung der aktuellen Entwicklung. Durch die Verbesserungen der gängigen Webtechnologien (Flash, Java, AJAX, Silverlight) können mittlerweile auch grafisch aufwendigere Spiele programmiert und mehr Nutzereingaben verarbeitet bzw. schneller verarbeitet werden. So ist es möglich zunehmend auch actionorientierte Spiele oder Echtzeit-Strategiespiele zu realisieren. Dies bringt die immer professionellere Erschließung des Marktes für Browserspiele mit sich. Zudem werdend die Qualitätsunterschiede zu normalen Computerspielen mit der Option diese im Mehrspielermodus über das Netzwerk zu spielen immer geringer.
